Gemäldeausstellung zur Tausend-Jahr-Feier in Nazza

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Nazzaer Landleben und Heimatverbundenheit in Bildern der Künstlerin Thea de Haas

Gemäldeausstellung zur Tausend-Jahr-Feier in Nazza

Noch bis Sonntag, d. 13.09.15  ist in der Nazzaer Christuskirche eine Bilderausstellung mit Bildern der bekannten Künstlerin Thea de Haas zu sehen. Es ist eine Sammlung von 143 Bildern, die zum Großteil aus Privatbesitz stammen und extra für diese zweiwöchige Ausstellung zusammengetragen wurden. Die 1885 in Berlin geborene und 1976 in Nazza verstorbene Thea de Haas lernte das Malen in der Kunstakademie in Metz, später an der kaiserlichen Malschule in Eisenach.  Als sie den Pfarrer Rudolf de Haas heiratete, lernte sie Nazza kennen, wo er von 1911 bis 1913 als Pfarrer wirkte. Doch zuvor ging ihre Hochzeitsreise ins ferne Afrika. Der Aufenthalt war für ihr künstlerisches Schaffen eine neue Inspirationsquelle. Immer wieder begeisterte die Familie die Ferne. Die zweite Afrika-Reise ging 1914 nach Tansania, bedingt durch den 1. Weltkrieg blieb die Familie ganze 7 Jahre dort. Die aus dieser Zeit stammenden Gemälde sind zwar in Privatbesitz in Berlin, aber digital aufbereitet kann man die beeindruckenden Bilder nun auch in der Kirche bewundern. Sie zeigen das breite künstlerische Schaffen der Malerin, Pfarrersfrau und Schriftstellerin, die viele Aquarelle, Bleistiftzeichnungen und Ölgemälde hinterlassen hat. Im zentralen Blickpunkt der Ausstellung steht das Altarbild der Christuskirche „Abendmahl in Emmaus“, das Thea de Haas nach einem bekannten Rembrandtgemälde von 1648 anfertigte.  Dieses Bild war besonders dem Kirchenältesten Andreas Herold wichtig und so bemerkte er in seiner Laudatio zur Ausstellungseröffnung „ Dieses Versöhnungsbild ist Leitbild der Ausstellung und soll beitragen, den Schwächeren der Welt die Hand zu reichen!“                                                                                                                                                       Mehr noch als kirchliche Motive stellte Thea de Haas aber die Natur, Blumen, Tiere, Bäume in den Mittelpunkt. Vor allem aber die Impressionen des ländlichen Lebens im beschaulichen Nazza des vergangenen Jahrhunderts beeindrucken den Besucher.                                                                             Als vor einem Jahr alle Ideen für die 1000 Jahr-Feier zusammengetragen wurden, stand es für den Gemeindekirchenrat fest, dass nach den erfolgreichen Ausstellungen von 1988 und 1992 wieder einmal das Leben und Wirken von Thea de Haas in den Blickpunkt genommen werden muss. Rührig haben die Kirchenältesten Andreas Herold, Manfred Klinkhardt, Achim Stephan und Ingrid Schmidt die Bilder im Kirchenschiff platziert und durch die Beleuchtungstechnik von Elektriker Stefan Hartmann aus Nazza ins rechte Licht gerückt. Der Besucher kann sich in der Ruhe des Kirchenraumes viel Zeit nehmen für diese besonderen Gemälde, auch der Kirchgarten lädt zum Verweilen ein. Hier stehen große afrikanische Tiere, die an die Afrika-Zeit der Familie de Haas erinnern. Besonders für Kinder ansprechend ist dort auch der Malvogel, ein hölzerner Werkstatt-Wohnwagen,  mit dem Thea de Haas in den Sommermonaten unterwegs in der Natur war und der ihre wichtigsten Malutensilien beherbergte. Viele Menschen waren schon zu Lebzeiten von ihren künstlerischen Aktivitäten begeistert und auch sie selbst, hatte für die Belange der Nazzaer, besonders der Kinder,  immer ein offenes Ohr. Kein Wunder, dass auch der heutige Kindergarten nach ihr benannt wurde. Manch älterer Nazzaer kennt noch Frau de Haas aus Jugendtagen und kann sich an die eine oder andere Anekdote aus ihrem Leben erinnern. So wird die Ausstellung auch immer wieder zu einem Ort der lebendigen Begegnung.                                                                                                                                          Neben der Gemäldeausstellung in der Kirche ist im Pfarrhaus eine weitere Ausstellung der Heimatmaler Richard Wiegend, Rösi und Kurt Kaiser zu sehen, die ebenfalls stimmungsvoll die Liebe zu ihrer Nazzaer Heimat in Farben und Motiven wiederspiegelt.                                                                

Die Ausstellung ist täglich von 15.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

 

S. Merten

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Ausstellung (DI, 08. September 2015)