Restaurierung Kriegerdenkmal in Nazza
Schon seit einigen Jahren war das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof in Nazza in einem wirklich traurigen Zustand. Der Gemeinderat sah die Notwendigkeit zu handeln.
Um eine fachgerechte Sanierung finanzieren zu können, wurde ein Fördermittelantrag gestellt. Die dazu nötige Planung erfolgte durch das Restaurierungsbüro Frau Dr.Kirsten aus Erfurt in Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalbehörde.
Der Bewilligungsbescheid über 65% der Auftragssumme kam im August vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung, 35% musste die Gemeinde Nazza selbst aufbringen.
Nun war schnelles Handeln gefragt, denn bis Ende Oktober mussten die Arbeiten fertig und abgerechnet sein. Durch gute Zusammenarbeit mit dem Bauamt der VG Mihla wurden die Arbeiten zügig ausgeschrieben. Von den 6 Firmen, die ein Angebot abgaben, bekam die Fa. Morgenweck aus Wünschensuhl den Zuschlag. Trotz anfänglich ungünstiger Witterung wurden die Restaurierungsarbeiten durch diese Firma fach- und fristgerecht ausgeführt. Das Denkmal wurde abgestrahlt, gereinigt und verfugt und Ausbrüche und die Goldschrift erneuert. Außerdem wurden die Treppenstufen am Eingang gerichtet, die Pfeiler neu gesetzt und die das Denkmal umgebenden Wege hergerichtet. Die ergänzenden Arbeiten führte die Gemeinde in Eigenleistung durch die Gemeindearbeiter aus.
So hatte das Denkmal pünktlich zum Volkstrauertag wieder ein würdiges Aussehen.
Dank gilt allen Beteiligten, die es ermöglichten, diese Vorhaben in kurzer Zeit umzusetzen.
Stellt sich die Frage, ob es nötig ist, soviel Aufwand für ein Kriegerdenkmal zu betreiben.
Ich denke jedoch, es ist nicht nur eine Frage der äußeren Ansicht.
Das Denkmal auf dem Nazzaer Friedhof erinnert an die Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkriegs. 43 Namen – 43 junge Männer weniger in einem kleinen Dorf innerhalb von 4 Jahren. Und das Unheil ging ja noch weiter. Für die Männer, die aus dem 2. Weltkrieg nicht zurückkehrten gibt es eine Gedenktafel in der Nazzaer Kirche. Das sind noch einmal 30 Gefallene und 17 Vermisste. Welch ein Aderlass innerhalb von 30 Jahren.
Wieviele Schicksale stehen dahinter?
Uns, den nachfolgenden Generationen kann dieses Denkmal auch ein Mahnmal sein. Haben wir doch das Glück, Kriege nur aus Erzählungen und Filmen zu kennen.
Es gibt sie jedoch immer noch, diese unseligen Geiseln der Menschheit, manchmal ganz nah, wenn junge Männer, die wir kennen in Kriegsgebieten Dienst tun.
Ich wünsche uns für das gerade begonnene Jahr Frieden – Frieden in unseren Familien, unserer Gemeinde, unserem Land und in der Welt .
H. Wiegand