Brunnen in Nazza

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Brunnen in der Dorfmitte gegenüber dem Schlosshof in Nazza

 

Brunnen in der Dorfstraße

Brunnen in der Dorfstraße

 

1968 bekam Nazza eine Wasserleitung. Bis dahin wurde das Wasser aus den Brunnen geholt, die es fast an jeder Straßenecke gab. 12 Brunnenstandorte können nachvollzogen werden. An einigen dieser Standorte hört man wieder das Wasser plätschern.  

 

Frau Elisabeth Gnade, Mutter von der Nazzaer Heimatmalerin Thea de Haas, schrieb in den 1920er Jahren das Büchlein „Bank und Brunnen“, in dem sie das Leben in Nazza und den Ort selber beschrieb. Auch die Brunnen in Nazza spielen eine wichtige Rolle:

"... An Wasser leiden wir auch in dürren Zeiten nicht Mangel. Woher es kommt, braucht niemand zu fragen. Unablässig, durch unser Wachen und durch unseren Traum, klingt das Rauschen des Laufbrunnens an die Schmalseite des Gärtchens, außerhalb, dicht neben dem Zaun. Bank und Brunnen, einander gegenüber, gehören zusammen: Gedicht und Melodie.

Wie aus gütigen Händen eines unermeßlich Reichen strömt Tag und Nacht das klare Quellwasser in ein viereckiges steinernes Becken. Zufluß und Abfluß sind geregelt, das Becken bleibt immer gleichmäßig, fast bis zum Rand, gefüllt, so dass auch die Gänse ihren Durst löschen können.

Unser Brunnen ist nicht der einzige im Dorf, aber seine Lage an zwei Wegen macht ihn besonders aufgesucht. Wenn das gleichmäßige Rauschen verstummt oder einen anderen Ton annimmt, dann wissen wir, ohne hinzuschau’n, dass ein Krug oder Eimer den Segen auffängt, um ihn in Häuser und Ställe zu führen. Während er ins Gefäß rinnt, lässt sich wohl ein wenig „g’schwätz“, mit Anderen, die zu gleichem Zwecke wartend stehn, mit den Kindern, die nirgends lieber als am Brunnen spielen, oder mit den Frauen, die eine hohe Grünfutterlast vom Felde nach Hause tragen und gern unterwegs am Brunnen ein Weilchen rasten ...“

 

ein kind holt mit einem Krug Wasser am Brunnen

... ein Bild aus längst vergangenen Tagen -

ein Kind holt mit einem Krug Wasser am Brunnen ...